Dabei ist das geringe Störungsbewusstsein bei Low-Dose-Benzodiazepinabhängigkeit besonders zu beachten. Durch den Wegfall der Benzodiazepinwirkung kann eine psychische Komorbidität symptomatisch werden posttraumatische Belastungsstörung; Angststörung; Psychose, die fachlich korrekt diagnostiziert und behandelt werden muss. In solchen Fällen empfiehlt es sich, eine konsiliarische psychiatrische Beurteilung durchführen zu lassen.
Bei Misslingen des ambulanten Entzuges, bei Hochdosisabhängigkeit von Benzodiazepinen oder bei ausgeprägter komorbider Abhängigkeit Opioide, Alkohol, Kokain stellt ein stationärer Entzug die nächste Behandlungsstufe dar. Entzugssymptome: Sofort auftretend: emotionale Labilität, Agitiertheit, psychomotorische Unruhe, Aggressionen, Kopfschmerzen, innere Unruhe Häufig: Sehstörungen, Muskelverspannungen, Tremor, depressive Verstimmungen, Appetitstörung, vermehrtes Schwitzen Belastend: Angst, Schlafstörungen, Albträume, sensorische Überempfindlichkeit Licht, Lärm, illusionäre Verkennungen Gefährlich: paranoid-halluzinatorische Zustandsbilder, Delirium, Entzugsepilepsie Lang anhaltend: Schlafstörungen, Angst, Depression, gastrointestinale Symptome, Parästhesien, Tinnitus, verschiedene neuromuskuläre Symptome, Schmerzen.
Stationärer Entzug Indikation: Misslingen des ambulanten Entzuges z. Entzugsepilepsie Alle Entzugsstationen führen auch Benzodiazepin-Entzüge durch. Ein stationärer Entzug bietet Gelegenheit zu einer eingehenden psychiatrischen Diagnostik mit der Möglichkeit, komorbide Störungen korrekt zu therapieren, eventuell durch eine zusätzliche Medikation Neuroleptika, Antidepressiva. Technisch entspricht der stationäre Entzug dem ambulanten Entzug: Ggf.
Umstellung auf langwirksames Benzodiazepin vgl. Umstellung auf langwirkende Benzodiazepine Viele Patienten können nicht auf ihre Benzodiazepine verzichten. Drei Studien zeigten, dass schon einfache Mittel etwas bewirken können: So hörten mehr Menschen auf, Benzodiazepine einzunehmen, wenn sie von ihren Ärztinnen oder Ärzten schriftlich dazu angehalten wurden.
Als weiterer hilfreicher Baustein gilt eine psychologische Unterstützung. Am erfolgreichsten ist dabei anscheinend eine kognitive Verhaltenstherapie KVT. Generell ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen oder sich an eine Suchtberatungsstelle zu wenden, wenn man das Gefühl hat, die Medikamenteneinnahme nicht mehr im Griff zu haben.
Mit ärztlicher, psychologischer oder psychotherapeutischer Unterstützung lässt sich nach Wegen suchen, wie man am besten wieder von den Benzodiazepinen loskommt. Atzendorf J, Rauschert C, Seitz NN et al. Dtsch Arztebl Int ; Baandrup L, Ebdrup BH, Rasmussen JO et al. Cochrane Database Syst Rev ; 3: CD Darker CD, Sweeney BP, Barry JM et al.
Psychosocial interventions for benzodiazepine harmful use, abuse or dependence. Cochrane Database Syst Rev ; 5: CD Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS. Lengerich: Pabst Science Publishers; Medikamentenabhängigkeit Suchtmedizinische Reihe Band 5. Aging Ment Health ; 23 4: Gould RL, Coulson MC, Patel N et al. Interventions for reducing benzodiazepine use in older people: meta-analysis of randomised controlled trials. Br J Psychiatry ; 2: Mugunthan K, McGuire T, Glasziou P.
Br J Gen Pract ; 61 e Parr JM, Kavanagh DJ, Cahill L et al. Effectiveness of current treatment approaches for benzodiazepine discontinuation: a meta-analysis. Addiction ; 1: Takaesu Y, Utsumi T, Okajima I et al. Sie ähneln also den Beschwerden, die man mithilfe der Beruhigungsmittel ursprünglich loswerden wollte. Fachleute empfehlen einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten. Um beurteilen zu können, ob einzelne Präparate — zum Beispiel Antidepressiva oder Antiepileptika — für bestimmte Menschen vielleicht doch hilfreich sind, müssten sie als Ersatzmedikamente besser in Studien geprüft werden.
Am erfolgreichsten scheint dabei die kognitive Verhaltenstherapie. Generell ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen oder eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen, wenn man das Gefühl hat, die Medikamenteneinnahme nicht mehr im Griff zu haben.