Denn Ciprofloxacin ist gut gegen ein ganz bestimmtes Bakterium wirksam: Pseudomonas aeruginosa. Auch Levofloxacin wirkt gegen Pseudomonas, allerding schwächer als Ciprofloxacin. Auch bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen HWI sollten Ärzte Fluorchinolone sparen. Was ist nun unkompliziert und was nicht? Hat der Patient keine Nierensteine, Entleerungsstörungen der Blase oder Tumore und ist der Patient sonst gesund, geht der Arzt zunächst von einer unkomplizierten Harnwegsinfektion aus.
Begleiterkrankungen, die einen komplizierten Verlauf einer HWI begünstigen, sind beispielsweise Diabetes mellitus, HIV oder eine Nierenfunktionsstörungen. Eine Harnwegsinfektion lässt sich auch anatomisch differenzieren; sind lediglich die unteren Harnwege betroffen, liegt eine Blasenentzündung oder Zystitis vor. Ist die Infektion aufsteigend und zieht neben der Blase auch das Nierenbecken in Mitleidenschaft, spricht der Arzt von einer Pyelonephritis. Eine Pyelonephritis ist, anders als eine einfache Blasenentzündung, immer ein Fall für eine antibiotische Therapie.
Die Spontanheilungsrate bei Harnwegsinfekten ist hoch; rund 30 bis 50 Prozent der Patienten sind bereits nach einer Woche beschwerdefrei, auch wenn sie keine antibiotische Therapie erhalten. Während bei einer akuten Pyelonephritis eine Antibiotikatherapie immer so früh wie möglich erfolgen soll, kann eine einfache Blasenentzündung auch rein symptomatisch behandelt werden.
Rein symptomatisch bedeutet: Ibuprofen gegen die Schmerzen. Immerhin zeigen mit alleiniger Ibuprofentherapie 70 Prozent der Patienten nach einer Woche keine Symptome mehr. Die Entscheidung — Antibiotika ja oder nein — treffen die Ärzte gemeinsam mit der Patientin. Antibiotika verkürzen die Dauer der Blasenentzündung und die Symptome klingen schneller ab. Welche Antibiotika sind nun das Mittel der Wahl bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen bei Frauen? Die aktuelle Leitlinie zu Harnwegsinfektionen empfiehlt bei einer unkomplizierten Zystitis bei Frauen in der Prämenopause Wie sieht es mit Trimethoprim aus?
Von Fluorchinolonen also keine Spur als Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierten Blasenentzündungen. Dafür leiden sie deutlich seltener darunter als Frauen. Zusätzlich ist die männliche Harnröhre länger — der Weg der Bakterien ist somit beschwerlicher bis zur Blase. Und: Das Prostatasekret ist antibakteriell. Nur in seltenen Fällen — bei jüngeren Männern, die keine weiteren Begleiterkrankungen haben —, kann auch mal ein unkompliziertes Exemplar vorliegen.
Grundlage der Preise sind — auch bei den frei kalkulierbaren rezeptfreien Medikamenten — die von der Apothekensoftware Lauer-Taxe angegebenen Herstellerabgabepreise. Die Anwendungsgebiete werden hierbei nicht kontrolliert. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte. Inhaltliche Aktualisierung: