So erhalten 9 von 10 Hähnchen und Puten während der Mast Antibiotika, oftmals sogar mehrere Wirkstoffe. Wie auch im Menschen, bilden Keime in Tieren teils Resistenzen gegen die Antibiotika — je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto wahrscheinlicher treten Resistenzen auf. Über den Fleischkonsum können die Antibiotikaresistenzen an uns Menschen weitergegeben werden. Reserveantibiotika werden bei kranken Menschen eingesetzt, die an Infektionen mit resistenten Keimen leiden, gegen die herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken. Ohne wirksame Reserveantibiotika ist die Stabilität unseres Gesundheitssystems bedroht, ähnlich wie kürzlich beim Ausbruch der Covid Pandemie.
Antibiotikaresistenz bezeichnet Eigenschaften von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen, die ihnen ermöglichen, die Wirkung von antibiotisch aktiven Substanzen abzuschwächen oder ganz zu neutralisieren. Eine Resistenz gegen Antibiotika tritt meist in Kombination oder als Anpassung an extreme Umweltbedingungen auf: So sind Streptomyceten als bodenbewohnende Bakterien nicht nur resistent gegen viele Umwelttoxine, sondern auch gegen praktisch alle aktuell eingesetzten antibiotischen Wirkstoffe. Weltweit sterben nach Angaben der WHO ca. Da Antibiotikaresistenzen bei Bakterien gefunden wurden, die seit vier Millionen Jahren isoliert lebten, nehmen Forscher an, dass es sich um ein zentrales, uraltes Merkmal dieser Lebewesen handelt. Vorteilhafte Mutationen können so relativ schnell entstehen.


